Das Jahr, in dem die Welt endete – 2012

11248755Die Jahresrückblicke haben sich zu einer Art Tradition entwickelt, doch aus irgendeinem Grund tue ich mich diesmal deutlich schwerer damit als die letzten Jahre. Doch wie ich Anfang 2009 schon schrieb:

Mit Rückblicken ist es ein bisschen wie mit diesem ersten Blick auf die Stadt. Erst im Vergleich mit diesem Moment im letzten Jahr kann ich wirklich Bilanz ziehen, wie weit ich auf meinem Weg gekommen bin – und was noch auf mich zukommt. Wie sinnvoll das tatsächlich ist und ob man nicht lieber einfach ohne solches Bilanzziehen den Weg gehen sollte, sei mal dahingestellt. Für mich ist es in diesem Moment gut, weil sich dadurch auch meine Ziele etwas klarer formulieren lassen und ich erst in der Reflektion meines Selbst der Frage, wer ich bin, näher komme.

Ich weiß nicht, ob ich der Frage, wer ich bin, wirklich durch diese Rückblicke näher komme, aber ich glaube, dass es gut ist, sich vor Augen zu holen, was alles geschehen ist, welch schöne Ereignisse man erleben durfte, welche Tiefen man hinter sich gebracht hat und welche Höhen vielleicht sogar unerwartet auf einen warteten. Zumindest mich stärken diese Gedanken.

Ich sagte für letztes Jahr das „Jahr des Selbst“ voraus, dass wir ehrlich mit uns selbst sein müssen und dem, was wir sind, kritisch und offen gegenübertreten müssen. Ich bedauere, sagen zu müssen, dass ich das 2012 nicht wirklich geschafft habe. Nicht so, wie ich es gewollt hätte und vermutlich auch nicht so, wie es gut gewesen wäre. Das habe ich besonders im letzten Viertel des letzten Jahres spüren müssen, an mir selbst und an der Art und Weise, wie mir andere Menschen entgegentraten. Manchmal hätte ich mir mehr Nachsicht und Rückfragen als „in your face“ gewünscht, aber vielleicht ist es wirklich so, dass, wie mir jemand mehrfach sagte „die Energie immer härter wird“ und wir immer direkter mit dem umgehen müssen, was wir sind. Doch wir vergessen auch gern, dass es gerade beim Sich-selbst-kennenlernen kein Ziel gibt, sondern nur einen Weg. Und manchmal sind Wege steinig. Trotzdem war das Motto definitiv passend, wie ich im Nachhinein sagen muss. Ich hatte das Gefühl, dass fast jeder, den ich kenne, auf die eine oder andere Art auf sich selbst zurückgeworfen wurde und sich seinem Selbst widmen musste.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, habe ich das Gefühl. Dabei war 2012 wirklich kein negatives Jahr! Wie kann ein Jahr auch schlecht sein, das mit Der Großen Frage™ beginnt? 😉 Wir haben geheiratet und es war eine unglaublich phantastische, wundervolle Hochzeit. Jedes Mal, wenn ich daran zurückdenke, wieviel Liebe und Zuneigung uns zuteil wurde, wieviel Hilfe und Unterstützung wir in der (teils sehr anstrengenden) Vorbereitung und auch beim Fest selbst bekamen, kann ich nur überwältigt den Kopf schütteln und lächeln. Schon die standesamtliche Trauung im April war großartig und die eigentliche Hochzeit im September war einfach vollkommen. Es lag im wahrsten Sinne des Wortes Liebe in der Luft, für alle Beteiligten und die Rückmeldungen waren umwerfend positiv. Tatsächlich war unsere Hochzeit und auch die unserer Freunde sehr prägend für den Großteil des Jahres. Das und wahnsinnig viel Arbeit – Hochzeitsvorbereitungen auf der einen Seite, berufliches auf der anderen. Hier war das Jahr sehr stressig und leider sieht es für das nächste nicht viel besser aus. Nicht alles, was vorgenommen wurde, wurde geschafft, dafür ist viel anders ins Rollen gekommen und auch wenn mir der berufliche Teil, zu dem sich mein Arbeitsfeld erweitert hat, auch Spaß macht, bin ich mir noch nicht sicher, ob es das Stresslevel aufwiegt, das damit einhergeht. Umso wichtiger ist es, dass ich es dieses Jahr schaffe, meine innere Ruhe wiederzufinden, die mir leider oft abhanden gekommen war.

2012 war aber nicht nur Hochzeit und Arbeit, es war auch Reisen (Edinburgh! 😀 Provence! :D) und Freunde und Feiern und Sonne und Planungen und Überraschungen und Veränderung und viel, viel Kreativität. Wir haben die Consulting Nerd Girls gegründet – was ich immer noch phantastisch finde und durch die ich nach wie vor immer Neues kennenlerne – und ich habe viel gelesen, Rollenspiel gemacht und geschrieben, mich an alte und neue Menschen angenähert und mich von anderen entfernt, ich habe gelacht, geweint, gefeiert und bin viel zu viel Auto gefahren, ich habe Vorsätze gebrochen und neu gefasst, ich habe mich geärgert und gefreut und Entschlüsse gefasst. Ich habe gelebt.

Was ist mit Vorsätzen? Mehr Sport, mehr draußen, mehr Ruhe. Einfach, wird aber sicherlich einiges helfen.

An und für sich nicht schlecht für ein Jahr, oder? 😉

Ein weiterer Teil dieser Rückblicke sind meine „Prophezeihungen“ für das kommende Jahr. Bislang waren diese für mich ziemlich zutreffend und ich habe mal aus Spaß die Prophezeihungen der letzten Jahre zusammengefasst:

2007 war das Jahr der Veränderungen, 2008 das Jahr der Anstrengung, 2009 das Jahr der Erkenntnis, 2010 das Jahr der Anfänge, 2011 das Jahr der Erfahrungen und 2012 das Jahr des Selbst.

Bislang hat wirklich jedes ziemlich getroffen, was ich erwartet habe, oftmals auch nicht nur für mich, sondern für andere. Ich bin deshalb besonders gespannt, ob mein Gefühl für 2013 ebenfalls zutrifft:

Das Jahr der Tiefe.

Das Jahr der Erfahrungen, die wir nur in uns selbst machen können, das Jahr, in dem wir in die ruhigeren Ebenen unseres Selbst hinabgeführt werden und in dem wir Verbindungen schaffen können zu Bereichen, die wir sonst nur selten finden. Wir setzen sozusagen die Reise des Selbst fort, auf einer noch tiefer gehenden Ebene.

Ich hoffe, euer 2013 wird superawesome! 😀

2 Kommentare bei „Das Jahr, in dem die Welt endete – 2012“

  1. […] Jahr der Tiefe ist vorbei. Und was für ein Jahr es war! Das Jahr endete, wie es war: voller Aufregung und auch […]

  2. […] Jahre: 2015 – das Jahr der Taten. 2014 – das Jahr der Suche. 2013 – das Jahr der Tiefe. 2012 – das Jahr des Selbst. 2011 – das Jahr der Erfahrungen. 2010 – das Jahr der Anfänge. 2009 – das Jahr der […]

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