Mein 2015

5385118437_d92bc17b4e_m2015 wurde gebührend verabschiedet und ich bin sowas von bereit für ein neues Jahr. Ein Jahr der Taten sollte es werden und auch wenn tatsächlich vieles angepackt wurde, holte uns spätestens Mitte des Jahres einiges ein und seither habe ich das Gefühl, den Dingen hinterherzulaufen und nicht mehr aufschließen zu können. Nachdem ich seit der Geburt der Jungs kaum mehr krank war, musste ich leider dann spätestens ab Oktober einiges hinter mich bringen – von Erkältung über Kopfschmerzen zu so starken Verspannungen, dass ich mich kaum bewegen konnte und lang ersehnte Termine absagen musste. Das merkte man dann auch schnell daran, dass viele Besuche und Termine, die im ersten Halbjahr noch zustandekamen, im zweiten nicht mehr klappten.

Dieses entkräftende zweite Halbjahr, das wohl primär meiner Arbeitsstelle geschuldet ist, zehrt immer noch an mir und ich versuche, eine Erkältung auszukurieren, die mich aber leider noch voll im Griff hat. Ich habe aber schon einige Vorsätze, die ich (wieder-)beleben möchte und halte mich verbissen an dem Gedanken fest, dass es besser wird. Werden muss.

Das Jahr fing großartig an. Wir bauten unsere Küche um, feierten Leanders Geburtstag, es gab Kurztrips nach Hamburg und spontane Besuche bei Schwägerin und Schwester und Eltern, kreative Ausbrüche, Rollenspiel, Spieleabende, Mittelaltermarktbesuche, Tanzen und Saunabesuche, wie man auch bei den paar wenigen Wochenweise Glück-Einträgen nachlesen kann. Ich fühlte mich gut und fit und energiegeladen, ich hatte Lust, Dinge zu tun und mich auszuleben. Irgendwann gegen Mitte des Jahres begann dann der Arbeitsstress in mein Privatleben überzuschwappen und meine Akkus begannen so schnell leerzulaufen, dass ich zusehen konnte, wie der Ladebalken gen Null sank.

Begann ich im März mit drei Tagen pro Woche, ging es ab Mai bereits mit vielen, vielen Überstunden los, so dass ich im August bereits auf vier Tage (mit insgesamt 30 Std.) erhöhte und dann im November nach Ende meiner Elternzeit auf 32 Std. aufstockte. Projekt nach Projekt, Fehlplanung nach Fehlplanung, mehr Arbeit und intrigantes Machtgehabe inklusive richtig ekelhaftem Mobbing und Sexismus machte sich breiter und breiter und könnte ich das vermutlich noch kompensieren, wenn ich genug Schlaf und echte Erholmomente kriegen würde, ist das mit Zweijährigen, die immer noch nicht durchschlafen, kaum machbar. Ich wurde immer dünnhäutiger und grunderschöpfter. Auch so großartige Ereignisse wie der Pampaurlaub oder unser Sommerfest konnten kein dauerhaftes Auftanken bewirken. Der Urlaub in Dänemark mit meiner Familie im Sommer war wunderschön, aber auch da merkte ich, wie allein die Tatsache, dass man nie wirklich allein war, mir einen (eigentlich unnötigen) Stress verursachte und ich war nur allzu froh, als wir ein paar Tage früher heimfuhren und daheim kaum mehr etwas machten.

Herbst und Frühpseudowinter mit ihrer Dunkelheit und Regen und Nebel und noch mehr Arbeitsstress (den auch meine Lieblingskollegen nicht abfangen können) und daraus entstehende Bewerbungsgespräche und Arbeitssuche dann gaben mir den Rest und führten dazu, dass ich mich noch nie am Ende eines Jahres so unfassbar ausgelutscht gefühlt habe wie dieses Jahr. Oooh sigh. Ohne Leander, der mein Fels in der Brandung ist und bleibt und der nie müde wird, mich zu bestätigen und zu lieben und aufzubauen und einfach großartig zu sein, wüsste ich echt nicht, wo ich jetzt wäre. Trotz ihm bin ich tatsächlich an einem Punkt angekommen, an dem ich merke: „Bis hierhin und nicht weiter.“ Es muss sich dieses Jahr etwas ändern an der Grundsituation. Ich habe zum Glück schon ein paar Gedanken und Ideen, was ich tun kann.

Und jetzt das große ABER: Aber das Jahr an sich war trotz meiner Erschöpfung nicht scheiße 😉 Auch wenn es wahnsinnig anstrengend war, gab es auch wahnsinnig viele tolle Momente und Tage und es verging kein Monat, an dem nicht etwas gar bombastisches passierte.

Es kamen gute Kinofilme (Jurassic World, Mad Max, Star Wars, Mockingjay II) und Serien (Elementary, Jessica Jones, Brooklyn Nine-Nine, The Walking Dead) und noch bessere Video Games (MASS EFFECT! :love:, Guenevere, 7kpp), intensive und gute Bücher (Octavia Butler, Margret Atwood, Starhawk) und Theater (Hamlet!), es gab viele, viele, viele intensive und wohltuende Freundschaftsmomente (viiiiel Órin th_herzchen2) und Rituale (besonders im Gedächtnis blieb mir hier Samhain). Es gab tolle Reisen (Dänemark, Pampa, Hamburg, Freunde und Familie), eine wunderschöne Hochzeit und großartige Vorbereitungstreffen und neue Hochzeitsankündigungen, es gab Rollenspielhighlights und viel kreatives: Malabende, Töpfern, Nähen, Tanz, Chor(!). Überhaupt, der Chor! Seit September singe ich endlich wieder regelmäßig und es tut mir wahnsinnig gut. Ich war viel im Bereich Social Justice, Kindeserziehung und Hebammenrettung unterwegs und hatte spannende und gute Unterhaltungen und Diskussionen und verbesserte meine Haar- und Körperpflege auf natürlichem und veganen Weg. Wir haben uns nach finanzieller kurzer akuter Notlage, die durch spontanen hilfreichen Einsatz von Freunden gelöst wurde, wieder soweit gefangen, dass wir uns sogar ein neues Auto leisten konnten, auf das wir gerade sehnlichst warten, da es bereits seit zwei Wochen überfällig ist. Wir sind weiterhin an der Wohnungsoptimierung, wie sich in neuer Küche und neu gestelltem Wohnzimmer zeigt und planen gerade am Bad- und Schlafzimmer-Upgrade. Die Kinder machen begeisternde Sprünge und sind einfach großartig. Es war ein volles und intensives Jahr und wäre die Arbeitssituation nicht, könnte ich es wohl nur als mindestens 98% großartig bezeichnen.

Ich werde dieses „großartig“ ins neue Jahr mit hineinnehmen und versuchen, es so zu formen und daraus dann

Das Jahr der Intensität

zu machen. Seid ihr dabei?

Die letzten Jahre: 2014 – das Jahr der Suche. 2013 – das Jahr der Tiefe. 2012 – das Jahr des Selbst. 2011 – das Jahr der Erfahrungen. 2010 – das Jahr der Anfänge. 2009 – das Jahr der Erkenntnis. 2008 – das Jahr der Anstrengung. 2007 – das Jahr der Veränderungen.

3 Replies to “Mein 2015”

  1. Wow, das mit deiner Arbeit hört sich ja mal grandios kacke an 🙁 Ich drück dir die Daumen, dass du dieses Jahr vielleicht da was grundlegend verändern kannst. Der Rest des Jahres klingt allerdings toll 🙂
    Ich wünsch dir ein schönes und großartiges Jahr 2016!

    1. Danke dir! 🙂 Und ja, das ist auch grandios kacke und muss sich dringend dieses Jahr ändern.

  2. […] 2016. Das Jahr der Intensität, wie ich voraussagte und das entpuppte sich als sehr, sehr wahr – wenngleich anders als ich […]

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