Drahtseilakt

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Derzeit ist echt irgendwie der Wurm drin, weshalb ich irgendwie auch nicht die Muße finde, wie geplant wieder regelmäßiger zu schreiben. Eine Idee davon, was neben Alltagskramdingen™ nebenher auch noch los ist, haben diejenigen von euch, die bereits Leanders Gutes-Personal-Comics kennen. Nach einem guten Start ist 2016 leider gerade mehr Arschloch als sonstwas.

Im Klartext sind wir mit zwei Fast-Dreijährigen seit drei Wochen ohne Waschmaschine, was bei normalerweise einer Maschine Dreckwäsche täglich die Kategorie „Mittlere Katastrophe“ längst überschritten hat. Zum Glück steht uns meine Schwiegermutter diesbezüglich zur Seite, bei der wir nun schon zweimal Waschmarathone hingelegt haben und wo heute und morgen die nächsten anstehen. Von der sterbenden Mikrowelle und dem uralten Wasserkocher, der inzwischen mehr aus Kalk als was anderem besteht, fang ich gar nicht mal erst an. Und natürlich wollen (und müssen) die Kinder auch gern passende Sommerschuhe und passende Kleidung haben – gefühlt wachsen sie uns demnächst über den Kopf. Zum Glück fangen grad wieder Basare an, bei denen man zumindest neue Kleidung für die beiden für einen guten Preis kriegt (drei Hosen und zwei Shirts für 10€ uhaha!).

Diese Extrakosten kommen natürlich TOTAL passend mit der Streichung des KiTa-Zuschusses aufgrund Leanders neuer Stelle. *slowclap* Dass wir immer noch keine offizielle Nachricht bezüglich der Kindergartenplätze haben, ist auch voll gut. Nicht. Und bei mir auf der Arbeit kommt Hiobsbotschaft nach Hiobsbotschaft in einem Ausmaß, dass ich am liebsten sofort die Kündigung einreichen würde, hätten wir eine Chance, ohne mein Gehalt auszukommen. Was wir nicht haben. Entsprechend ist mein Energielevel gefühlt im Minusbereich. Dann noch diverse Ankündigungen, die Leanders Planung für das Jahr platzen lassen oder zumindest ankratzen und ein bisschen Termindruck, der nicht viel Zeit lässt, und voilá, das Stressniveau hat ein neues Hoch erreicht.

Das führt natürlich auch dazu, dass wir einen deutlich kürzeren Geduldsfaden haben als sonst und auch bei den Jungs auf Sachen in einer Form (über-)reagieren, bei denen wir normalerweise relativ gelassen bleiben würden. Und die beiden reagieren auf unser Stresslevel sehr sensibel und suchen natürlich viel Nähe und Aufmerksamkeit und das natürlich in ihrer kindlichen Art nicht (immer) verbal und direkt – was, wenn man z.B. gerade mal die Zeit nutzen will, um den Haushalt wenigstens halbwegs auf Vordermann zu bringen, natürlich dann oft dazu führt, dass genau das wieder zu viel ist. Außerdem sind sie ohnehin in einer sehr sensiblen Phase, in der auf alles sehr empfindlich reagiert wird.

Besonders auf mich bezogen, da sie mich derzeit doch deutlich weniger sehen als Leander, sind sie auch sehr „klammernd“ und brauchen viel, viel Aufmerksamkeit. Besonders Miniheld will mich gerade nie weggehen lassen, was z.B. das Absetzen in der Kita zu einem ganz schlimmen Kampf macht. Deshalb habe ich mir auch vorgestern, als mal kein Regenwetter war, die Zeit genommen und bin mit den beiden (und Jessi als großartiger Begleiterin) nach dem Abholen direkt in den Wald gegangen, wo auch das obige Foto entstanden ist. Gute zwei Stunden waren wir unterwegs, sind gelaufen und spaziert, haben Stöcke aufgehoben und Bäume bestaunt und auf dem kleinen Spielplatz getobt, bevor es Zeit wurde, heimzugehen, abendzuessen, sich abzuduschen und ins Bett zu gehen. Und oh, wie sie es genossen und gebraucht haben. Und wie ich es genossen und gebraucht habe. Mir fehlt die Zeit mit den beiden ja genauso wie den beiden. Aus dem gleichen Grund habe ich die beiden auch heute daheimgelassen. Ich bin zwar zu etwas weniger gekommen als geplant, aber das war es mir sowas von wert. Ein bisschen durchatmen zwischendurch, Fünf mal grade sein lassen und nicht an XYZ denken.

Ich hoffe, ich schaffe es in nächster Zeit öfters, das hinzukriegen.

2 Replies to “Drahtseilakt”

  1. Ich bin auch gerne wieder dabei. Das tat wirklich gut. – Und wir müssen doch immer noch das Küken suchen 🙂

  2. Oh, das klingt gar nicht gut. Ich drücke euch die Daumen, dass sich das Jahr schnell wieder bessert.

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