Gut zu wissen: Kinder-Maul-und-Klauen-Seuche

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Sowohl Leander als auch ich kommen aus kinderreichen Familien und haben unsere jüngsten Geschwister sehr deutlich aufwachsen sehen. Wenn man sich wie ich dann auch noch immer gern mit kleinen Kindern und Babies in der eigenen erweiterten Familie und Freundeskreis beschäftigt, kriegt man schnell das Gefühl schon alles irgendwie mal gehört zu haben.

Jahaha, Pustekuchen. Schonmal von Hand-Mund-Fuß-Krankheit gehört? Der menschlichen Maul-und-Klauen-Seuche quasi? Nein?

Hatten wir auch nicht.

Wir sind im Moment im zweiten Durchlauf dieser bescheuerten Krankheit, nachdem wir den ersten bereits mit nicht ganz zwei Jahren überstanden hatten. Der erste war relativ glimpflich und nach drei Tagen konnten die beiden wieder in die Betreuung – diesmal hab ich die Befürchtung, dass das Ganze etwas länger dauern wird. Und weil ich es erneut googlen musste und mir vorstellen kann, dass andere junge Eltern davon auch noch nicht gehört haben, ein paar Fakten.

Achtung: ich bin kein Arzt, das hier basiert nur auf persönlicher Erfahrung. Im Zweifel bitte IMMER medizinischen Rat einholen!

Was ist die Hand-Mund-Fuß-Krankheit (HMF)?

HMF ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, die sich in Pusteln in und am Mund, Händen, Füßen und gern auch Geschlechtsteilen oder Knien äußert. Außerdem oft mit Fieber und Gliederschmerzen verbunden und gerade wenn es zu Pusteln im Mund kommt, zu weiteren Begleitschmerzen. Unsere Jungs haben derzeit aufgrund der Entzündung im Mund z.B. auch noch gemeinen Mundgeruch. HMF wird quasi durch alles übertragen: Ausscheidungen, Schleimhäute, Niesen, Husten, Berührung der Pusteln. Deshalb können diese Pusteln auch an anderen Körperstellen als den primären (Händen, Mund, Füßen) auftreten, weil sie vom Kranken selbst durch Berührung „verteilt“ werden. Noch nerviger – HMF ist laaaaaange infektiös, bis zu zehn Tage lang in den Ausscheidungen nach Abklingen der Infektion. Die unmittelbare und höchste Infektionsgefahr ist allerdings abgeklungen, wenn die Pusteln eingetrocknet sind, was nach drei bis fünf Tagen in der Regel vollständig passiert ist.

Was kann ich tun?

Die schlechte Nachricht: man kann nichts dagegen machen, außer abwarten, dass es abklingt. Bei hohem Fieber oder Schmerzen kann man fiebersenkende oder schmerzstillende Mittel geben (bei Kleinkindern kein ASS! Bitte immer auf altersgerechte Mittel achten!), gegen die schmerzenden Stellen im Mund kühle Getränke geben oder auch leicht betäubende Salben – wie beim Zahnen. Schmerzmittel kann man auch geben, wenn die Kleinen nicht gut schlafen, damit sie ein bisschen Erholung und Heilung im Schlaf kriegen. Gerade bei Kleinkindern muss man vor allem auch darauf achten, dass sie genug trinken und essen. Manchmal verweigern sie die Nahrungsaufnahme, wenn es zu schmerzhaft ist.

Bei Ängsten immer euren Kinderarzt fragen.

Die gute Nachricht: es ist echt nicht schlimm. Es ist anstrengend, aber nicht schlimm. Das nervigste ist, wenn die ersten zwei Tage mit Fieber überstanden sind und die Kinder wieder die totalen Energiebündel und theoretisch fit sind, aber noch ansteckend, weil sie immer noch Pusteln haben. Die Pusteln heilen narbenfrei ab. Und: Erwachsene stecken sich in der Regel nicht an.

Und was mach ich jetzt konkret?

Primär lasse ich die beiden einfach machen und ausruhen. Gestern hingen sie noch komplett in den Seilen, da bin ich dann auch vollkommen locker mit Medien und Schnullis. Heute sind sie schon viel, viel fitter, haben aber trotzdem drei Stunden Mittagsschlaf gemacht, den ich ihnen dann auch voll gönne.

Die Pusteln lasse ich in Ruhe, nur gegen die im Genitalbereich benutze ich unsere normale, bewährte Wundcreme.

Da HMF so wahnsinnig ansteckend ist, desinfiziere ich (teils mehrmals) täglich die Schnullis und alle Türgriffe. Zwischendurch benutzen wir alle mal Desinfektionsmittel für die Hände. Außerdem haben wir schon neue Zahnbürsten für die beiden gekauft, die ausgetauscht werden, sobald ihr Mund abgeheilt ist.

Da die beiden im Moment echt viele Pusteln im Mund haben, gerade auch auf der Zunge, ist „Mein Mund tut weh“ derzeit ein vielgehörter Satz. Deshalb versuche ich, ihnen möglichst weiche Sachen zu essen zu geben. Was sie nie ablehnen und womit ich ihnen etliche Vitamine und Nährstoffe zukommen lasse, sind Smoothies. Mit ein bisschen gefrorenen Früchten ist es auch schön kühl, eine Handvoll Haferflocken drin gibt etwas Substanz und stillt Hunger. Auch gut: Joghurt in diverser Form. Bei mir wie bei den Jungs beliebt, seit sie klein sind: Naturjoghurt mit zermatschter Banane und Orangensaft zu Haferflocken (ggf. noch Rosinen). Superlecker, kühl und weich und sättigend. Suppe ist auch super und sonstige Breie. Bei uns gab’s zum Beispiel heute Milchreis mit Apfelmus.

Also: nicht verrückt machen lassen. Ich wünsche allen Mit-Leidtragenden gutes Durchhaltevermögen!

5 Replies to “Gut zu wissen: Kinder-Maul-und-Klauen-Seuche”

  1. zu Erwachsene stecken sich nicht an: meine Schwester und Schwager haben es beide bekommen. Mein Schwager konnte wochenlang nicht essen während das Kind schon wieder fit war…
    Ich wünsche gutes Durchhaltevermögen undr ddxyxyYs gut@cxye gute Besserung

    1. Wääääh, sag sowas nicht! Aber gut, ich schrieb auch „in der Regel“ – ich hoffe, wir bleiben verschont. -.- Aber danke!

  2. Das mit den Pusteln im Mund klingt wie Mundfäule, was mit dem Herpes-virus verwandt ist und auch sehr eklig und schmerzhaft ist.

    1. Ja, ich weiß, aber es sind tatsächlich gänzlich unterschiedliche Viren *nick* Bei Mundfäule bleibt das Ganze auf den Mund beschränkt und ist noch extremer, bei HMF hat es eben die ausgedehnten Pusteln mit Konzentration auf Händen, Mund, Füßen.

  3. Kalten Schokoladenpudding… (nicht unbedingt sehr gesund, aber in Mundpustelzeiten bei meiner Schwester (sie hatte mega Herpes im Mund) ihr Grundnahrungsmittel)

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