Medienkinder und Netflix – Meine Serienempfehlungen

Nooborn hat einen schönen Post mit Serienempfehlungen für 2 bis 4jährige gemacht, den ich nur unterschreiben kann. Zoes Zauberschrank wird auch von meinen Jungs heiß geliebt und die anderen werde ich sicherlich mal anschauen. Aber vor allem die Premisse, die sie nutzt, kann ich nur unterstreichen:

Mir ist es wichtig, dass die Serien keine sexistische Kackscheiße zementieren (tschüss Lauras Stern & diverse andere), keine Erwachsenen mit echt üblen Pädagogikansichten haben (tschüss Leo Lausemaus) und nicht alle (sprechenden) Figuren weiß sind (tschüss überwältigende Mehrheit der Serien).

Generell würde ich dringend empfehlen, euch Serien und Filme, die ihr eure Kinder schauen lassen wollt, selbst angeschaut zu haben im Voraus (wenigstens eine, zwei Folgen einer Serie, einen Film möglichst ganz) oder zumindest sie zu begleiten, wenn ihr es nicht kennt. Es gibt keine Allgemeingültigkeit, manche Kinder können Dramatik besser ab als andere, deshalb schaut vorher selbst rein und urteilt nach euren Kindern.

Hier kommen also noch weitere Serien, die meine Kinder sehr gerne sehen und gesehen haben.

Peppa Wutz

Peppa ist ein Schweinchen, das mit ihrem Bruder Schorsch und ihren beiden Eltern (Papa und Mama Wutz) verschiedene Abenteuer erlebt. Primär ist die Serie albern und amüsant, aber was mir gefällt ist, dass sie wenig mit Genderklischees arbeitet. Der handwerklich unbegabte Vater, die am Computer arbeitende Mutter und da in der Regel die Familie alles gemeinsam macht, umgeht man auch klassische „Mädchen machen das und Jungs machen das“-Klopper.

Die „Folge“ bei Netflix dauert knapp 20min und beinhaltet jeweils vier Episoden Peppa Wutz.

Oonas und Babas Insel

Ein Netflix-Original und einfach toll. Oona und Baba sind Papageientaucher und erleben mit ihren Eltern oder ihren Freunden kleine Abenteuer. Es ist wirklich wunderbar gezeichnet, simple, schöne Geschichten und schöne Musik. Die Serie spielt auf der Papageientaucher-Insel und wird vom „Naturbeobachter“ erzählt – und tatsächlich sind die Tiere auch wirklich Tiere und werden nicht vermenschlicht, was schon viel umgeht. Absolute Empfehlung.

Die Folge bei Netflix dauert knapp 20min und beinhaltet jeweils drei Episoden von Oona.

Mouk

Wirklich schön ist auch Mouk – wobei die Serie eher „Mouk und Chavapa“ heißen müssten. Die beiden Freunde reisen mit dem Fahrrad um die Welt und in jeder Episode sind sie in einem anderen Land. Spielerisch, schön und dabei lehrreich mit viel Witz und auch ohne irgendwelche Klopper zu reißen. Zwischendurch rufen die beiden immer per Computer ihre Freunde zuhause an (ein Zwillingspärchen) und erzählen von ihren Abenteuern. Dadurch wird das Ganze auch schön strukturiert.

Die Folge bei Netflix dauert knapp 22min und beinhaltet zwei Episoden Mouk.

Pocoyo

Besonders für jüngere Kinder ist Pocoyo einfach unumgänglich. Pocoyo ist ein kleiner Junge, der mit seinen Freunden Pato (eine Ente), Elli (ein Elefant), Schlummerpieps und Babypieps (Vögel), Loula (ein Hund) und mein besonderer Liebling Oktopus (ein… ja. Oktopus halt) die verschiedensten Dinge erlebt. Dabei werden die Zuschauer durch den Erzähler und auch die Protagonisten sehr aktiv einbezogen. Genderklischees gibt es überhaupt nicht. Das Ganze ist sehr simpel animiert – nur die Objekte auf weißem Grund und funktioniert trotzdem, oder gerade deshalb gar phantastisch gut. Im Englischen wird der Sprecher von Stephen Fry gesprochen, btw. ♥

Die Folge bei Netflix dauert 25min und beinhaltet jeweils drei Episoden Pocoyo.

Es war einmal… das Leben

Diesmal nicht bei Netflix, sondern bei Amazon Prime und vermutlich kennen sie viele von uns selbst aus unserer Kindheit noch (Ende der 80er und Anfang der 90er kam Es war einmal… das Leben immer Donnerstags nach der Sesamstraße 😉 ). Eine französische Serie, die die Geschehnisse in unserem Körper kindgerecht und biologisch vollkommen korrekt beschreibt. Also wirklich, da werden Worte wie Mitochondrien und DNA vollkommen selbstverständlich verwendet und wo wir Erwachsenen über die teilweise plumpen und merkwürdigen Wortwitze (die ich der Synchro zulasten lege) verwirrt blinzeln, lieben die Kinder sie. Ich habe die Serie selbst komplett geliebt und meinen Jungs geht es nicht anders.

Eine Folge dauert ca 25min und beschreibt jeweils einen Vorgang im menschlichen Körper.

Auch die anderen Serien der Reihe, Es war einmal… der Mensch, Es war einmal… Amerika sowie Forscher und Erfinder und Abenteurer und Entdecker sind empfehlenswert (wobei ich zugegebenermaßen nur …das Leben und …der Mensch wirklich gut kenne. Ich könnte mir vorstellen dass gerade die beiden letztgenannten sehr männlich dominiert sind und weibliche wichtige Forscher zu kurz kommen. Aber das ist nur eine Vermutung). Es war einmal… der Weltraum ist keine Wissenssendung mehr, sondern eine etwas seltsame futuristische Erzählung mit den Protagonisten, die ich echt nicht empfehlen kann. Inzwischen gibt es eine neue Serie, Es war einmal… unsere Erde, die sehr den didaktischen Holzhammer schwingt und nicht mehr so schön ist.

Die Tierdokus der BBC

Unser blauer Planet, Das Wunder Leben, Frozen Planet – ich war beeindruckt WIE gut die ganzen Tierdokus bei den Jungs ankommen. Sie sind sehr lang, eine Folge fast 50min, also ggf. aufteilen. Aber die haben wirklich Begeisterung ausgelöst. Leider ist Walking With Dinosaurs nicht bei Netflix, aber wenn das rauskommt, wird das definitiv auch geschaut.

Ja, darin werden Tiere getötet – wobei die meisten Gejagten davonkommen – aber spannenderweise stört das unsere Kinder nicht. Es löst gegebenenfalls ein „Oh, der Arme“ aus, aber keine dramatischen Szenen. Vermutlich, weil es so definitiv ohne Bosheit ist – aber hier muss man sicherlich nach dem Kind gehen.

Und ansonsten: Bobo Siebenschläfer, Trotro oder Coco der Affe wurden oder werden von den beiden auch gern angeschaut.

Wärt ihr noch an App-Empfehlungen interessiert? Dann würde ich mal was vorbereiten 😉

Und was schauen eure Kinder gerne?

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