Mein September 2017 – Sonne, Wahl, Konzert, Eldaring

Nachdem die Loving Sundays ja aufgrund von Dingen™ nicht mehr so regelmäßig passieren wie noch letztes Jahr, dachte ich, ich versuche mich mal an einem Monatsrückblick. Vielleicht wird das etwas regelmäßiger einzuhalten – denn diese Rückblicke sind schon was tolles und helfen mir, am Endes des Jahres etwas Bilanz zu ziehen und auch schlicht, Erinnerungen wiederzuholen und zu bewahren. Deshalb jetzt neu: mein September 2017.

Er begann sehr liebevoll – direkt am 1.9. waren wir auf einer Hochzeit eingeladen, die trotz des kühlen, regnerischen Wetters wirklich schön war. Ein wahnsinnig verliebtes Brautpaar, gute Musik und gutes Essen, total nette Menschen, eine Brautfamilie, die sich total und sehr niedlich über das Wiedersehen gefreut hat. Die Braut ist eine alte Freundin von mir, die mich bereits seit 20 Jahren durch das Leben begleitet und es war total schön, sie so glücklich zu sehen. ♥ Die Jungs haben toll durchgehalten und sind zufrieden im Auto dann eingeschlafen – ein rundum gelungenes, schönes Wochenende.

Die kommenden zwei Wochen waren bei mir sehr arbeitsintensiv, weil ich mich auf das Konzert mit meinem Chor vorbereitet habe. Wir haben die Carmina Burana gesungen und es waren zwei sehr erfolgreiche Konzerte – inklusive Leute im Publikum, die aus dem ersten Konzert rauskamen und direkt Karten für das zweite gekauft haben. Aber auch wenn das Konzert selbst super war, war es auch wahnsinnig erschöpfend. Ich war die Tage davor und selbst voll und ganz mit Vorbereitungen beschäftigt: Karten drucken, Sitzplätze reservieren, an der Kasse stehen (einmal bis 5 Minuten vor Konzertbeginn). Als es vorbei war, war ich einfach nur dankbar.

Leider war die Woche danach nicht erholsamer, sondern es kam direkt Schietkram auf der Arbeit, inkusive einem unangekündigten Büroumzug und ich bin immer noch sauer und arrrrrrrrgh, das beschäftigt leider immer noch. Ich bin in einer „allen den Mittelfinger zeigen“-Stimmung dort. Dass ich bei einer Verabredung in der Woche dann auch noch versetzt wurde, war meiner Grundstimmung leider nicht zuträglich und ich war tagsüber wütend und abends vollkommen erschöpft. Nicht so bombastisch. Zumal dann auch die Wahl kam… und ich, je näher sie rückte, immer unruhiger und banger wurde. Das absolute Horrorszenario blieb zwar aus, aber mit 12% ist die neue Nazipartei immer noch viel zu stark vertreten.

Der Wahltag selbst war dafür sehr schön. Wir frühstückten kaum, weil wir nach dem Wählen direkt zum Brunch bei einer Freundin eingeladen waren – Geschenke für alle Seiten inklusive ^_^ Eine Auffrischung meines Erste-Hilfe-Wissens folgte, so dass ich mich nun offiziell Ersthelfer bei uns im Betrieb nennen darf.

Mabon brachte uns traumhaftes Herbstwetter, das sich mit Regen und Nebel abwechselt. So ganz weiß der Herbst auch noch nicht, auf welche Temperaturen er sich einpendeln will – von 9° bis 26°C war alles dabei. Die Sonnentage bescherten uns dafür gefühlt dreimal so viele „Draußentage“ wie der Sommer selbst. Vielleicht, weil wir sie umso mehr genießen.

Die Herbst-Einmummelstimmung, die ich schon zu Beginn des Monats hatte, hat sich gehalten und inzwischen fallen überall die Blätter und ich habe ganz ohne schlechtes Gewissen und stattdessen mit viel Genuss schon Marzipankartoffeln und Stollenkonfekt gekauft und dank einer Neuerscheinung einer großartig packenden Buchreihe auch viel gelesen (und davon inspiriert geschrieben) habe. Neben fleißigem Guild Wars 2-Spielen. Auch der schon erwähnte Introspektivenbedarf hat sich gemehrt. Ich war sehr fleißig mit meinen Morgenseiten (nicht ganz täglich, aber regelmäßig), legte Tarotkarten und war Ende des Monats endlich beim schon länger geplanten Eldaring-Stammtisch hier in der Nähe. Der Verein ist eigentlich ein reiner Asatru-Verein, allerdings finden sich in seinen Reihen wohl durchaus noch mehr spirituelle Richtungen.

Asatru ist der germanische Glaube an das nordische Pantheon und ihre Rituale und religiöse Handlungen sind entsprechend rein auf dieses Pantheon ausgerichtet.

Nun bin ich ja eher in Richtung Wicca unterwegs und fühle mich dort auch sehr wohl und angekommen; nicht grundlos und umsonst habe ich mir den Triple Moon als erstes Tattoo stechen lassen. Aber da sich mein Glaube nicht auf ein bestimmtes Pantheon konzentriert, habe ich keine Probleme damit, Anrufungen auch an die nordischen Götter zu richten. Der Stammtisch war nun aber kein reines Ritual, auch wenn wir ihn nach ausgiebigem und leckerem Essen mit einem Sumbel beendeten, einem Trinkritual. Primär unterhielten wir uns und lernten uns kennen, sprachen über unseren Weg zum Heidentum und über Überzeugungen und beim Sumbel wurde es teilweise sehr privat – ohne, dass ich im Nachgang das Gefühl hatte, zu viel preisgegeben zu haben, was in anderer Gesellschaft durchaus schon der Fall war. Es war ein wirklich toller, warmer Abend (auch wenn ich kalte Füße hatte – im wortwörtlichen, nicht übertragenen Sinne).

Interessanterweise wurde mir aber auch durch die Unterhaltungen an dem Abend und auch das Sumbel bewusst, wie sehr ich mich in meinem derzeitigen Weg wohlfühle. Sowohl in der etwas ritualisierteren Form, die mir hilft, in eine bestimmte spirituelle „Stimmung“ zu fallen, als auch in der Art und Weise, das Göttliche zu ehren. Asatru hat einen „historischen“ Anspruch, bezieht sich also auf die Urniederschrift der Edda und auch auf Rituale, die schon damals gefeiert wurden. Und während ich den Gedanken zwar nett finde, merke ich, dass ich das für mich nicht brauche. Eine Religion / spirituelle Ausrichtung ist nicht legitimer als eine andere, nur weil eine Tradition dahintersteht – irgendwann war auch diese neu. Die Berufung auf ein ausschließliches Pantheon ist für mich fast schon befremdlich, auch wenn ich durchaus auch schon konkrete Götter angerufen habe. Doch diese sind aus den unterschiedlichsten Traditionen und haben für mich eines gemeinsam: sie sind personifizierte Aspekte, keine historischen Wesen oder auf eine bestimmte Gegend beschränkt.

Aber was das eigentlich relevante ist und den Abend so schön machte: beides ist sehr nah am Menschen, an dem, was uns bewegt und an dem, was zwischen uns passiert. So habe ich im Heidentum viel, viel intensivere und schönere Begegnungen gehabt als jemals im Christentum, das viel mehr nach außen projiziert ist. Es war ein wundervoller Abschluss für diesen ansonsten primär erschöpfenden Monat.

Und wie war euer September?

3 Replies to “Mein September 2017 – Sonne, Wahl, Konzert, Eldaring”

  1. ❤ ❤ ❤ ❤ ❤

    1. Love you too ^_^ ♥

  2. Toll, ich hatte unglaublich schöne Momente. Aber ich bin ja auch ein Septemberkind. Mir gehts im Spätsommer und Frühherbst immer gut 🙂

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