Mein Oktober 2017 – Herbstglück, Demo, Tarot

Ein goldener Oktober, wie er im Buche stand, war es. Viel Sonne, viel Gold, viel Orange, schwebende Spinnweben und Sturmtage. Zwei Babies wurden im Freundes- und Familienkreis geboren, wir waren Drachensteigen und aßen viel, viel Kürbis. Und ich bin in voller Herbststimmung.

Der Oktober begann für mich mit einer Demo, zu der ich kurzfristig eingeladen wurde. Mein Schweinehund jammerte und jammerte, aber ich riss mich am Riemen. Ich kann ja nicht einerseits dauernd für mehr Zivilcourage und Lautwerden plädieren und dann selbst stumm auf dem Sofa verhocken. Also ging es raus und auch wenn die Demo klein war, habe ich nicht bereut teilgenommen zu haben. Für mehr Solidarität miteinander, gegen die AfD, für ein buntes, kulturell vielfaches Deutschland.

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Beim Elternabend im Kindergarten ließ ich freudig die Verantwortung des Elternbeirats an mir vorbeiwandern, aber da wir gleich zwei Leute hatten, die sogar gern Elternbeirat sein wollten, tat ich es guten Gewissens. Ich finde es immer schade, wenn ich z.B. auf Twitter lese, dass alle froh sind, sich nicht kümmern zu müssen und darüber witzeln, zum Glück nicht Elternbeirat geworden zu sein. Einerseits kann ich es verstehen, denn es ist noch etwas mehr Arbeit, andererseits kann ich es auch nicht verstehen, wie man dieses Engagement für den Ort an dem die eigenen Kinder so viel Zeit verbringen, so ablehnt und sich dann auch gern noch über die lustig macht, die es gern machen. Bei unserem Kindergarten ist es sogar so gut organisiert, dass die Elternbeiratssitzungen nachmittags um 16Uhr stattfinden, also direkt im Anschluss an die Kinderbetreuungszeiten, die dann auch bleiben und spielen können. So muss man sich nichtmal um einen Babysitter kümmern.

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Mitte des Monats trafen wir uns dann zum Abendessen bei einer Freundin, die zu dem Zeitpunkt noch hochschwanger war. Es war explizit keine „Babyshower“, sondern ein gemeinsamer Mädelsabend mit unglaublich leckerem Essen und schönen Unterhaltungen, bevor es mit Neugeborenem doch etwas schwieriger wird für eine Weile, sowas mitzumachen. Es war richtig toll, da wir uns in der Gruppe schon länger nicht getroffen hatten und ich habe es sehr genossen, mich mal wieder so richtig festzuquatschen. <3

Je weiter der Oktober voranschritt, desto mehr merkte ich, wie mich eine Einmummel-Gemütlichkeitsstimmung ergriff. Wir waren zwar viel draußen, inklusive endlich mal Drachensteigenlassen!, aber ich spürte (und spüre immer noch) eine deutliche Einkehr nach innen. Ich gab dem nach mit Sauna, viel Tee und Cappuccino und Kekse und Lebkuchen, mehr Lesen, und die Samhainwitchychallenge auf Instagram, die mich letzten Monat vermehrt meine Tarotkarten hervorholen ließ, trug auch dazu bei.

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Während Leander auf der SPIEL war, besuchte mich meine Schwester mit meinem kleinen Neffen, was mir schon allein durch die Nutzung ihres Autos zum Kinderabholen sehr halt. Außerdem genieße ich es einfach sehr, mit ihr zu reden und in aller Ruhe Zeit mit ihr verbringen zu können. So. Viel. Liebe. Dass mein Neffe der Süßeste ist, versteht sich ja auch von selbst. ^_^ Überhaupt konnten wir diesen Monat viel Zeit miteinander verbringen. Erst war ich bei ihr, da mein jüngster Bruder mit seiner Freundin da war, das Wochenende drauf besuchte sie mich.  Richtig toll 😀

Am letzten Oktoberwochenende wurden dann die beiden Babies geboren, die ich leider noch nicht kennenlernen konnte, aber über die ich mich schon wahnsinnig gefreut habe 😀

Die letzte Oktober-/erste Novemberwoche hatte ich Urlaub und oh, wie sehr fieberte ich darauf hin. Wie schon erwähnt, ist es auf der Arbeit sehr, sehr anstrengend seit Monaten und ich merke immer mehr, wie sehr mich dies belastet. Ich schaffe es zwar weiterhin, außerhalb des Büros die Gedanken an die Arbeit weit wegzuschieben, aber ich brauche immer länger, um meinen Akku wieder aufzufüllen. Das nimmt leider gerade viel Energie in Anspruch und viele Gespräche mit meiner Lieblingskollegin, mit Freunden und natürlich Leander. Da mir eine konkrete Lösung (ergo neue Stelle) derzeit fehlt, versuche ich, es mir soviel Gutes zu tun, wie möglich und nötig.

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Der Monat endete dann mit einem großartigen Rollenspieltag an Samhain, das wir mit Äpfeln, Sesam-Honigkuchen und Fotos unserer Vorfahren auf dem Altar ehrten. Meine Schwägerin passte den Nachmittag über auf die Jungs auf, so dass wir einige ungestörte Stunden ohne Kinder hatten und Leander hat eine wirklich spannende erste Hunterrunde gemeistert. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht!

Und wie war euer Oktober?

3 Replies to “Mein Oktober 2017 – Herbstglück, Demo, Tarot”

  1. Zum Thema Elternvertreter etc – Ich glaube, du vergleichst da zwei völlig unterschiedliche Situationen? Ich fühl mich da gerade etwas angesprochen weil ich mich erst neulich auf Twitter drüber ausgelassen habe. Deswegen mal zur Erklärung:

    Eine Kita, in der Elternmitarbeit gewünscht ist und in der die Elternbeiräte einen gewissen Einfluss aus das Kitaleben ausüben können ist m.E. etwas völlig anderes als ein Elternvertreter in einem streng durchorganisierten Schulkomplex mit knapp 2000 Schülern z.B.. Dort haben Elternvertreter exakt eine Aufgabe: Kuchenorganisation für die Weihnachtsfeier und das weiterleiten von Emails.

    Damals, als Leia in einer kleinen Spielgruppe und später in einer Kita einer Elterninitiative war haben sowohl J. und ich uns auch viel und hilfreich eingebracht (Kassenwart, Materialorganisation, Gestaltung der Jahresplanung etc) – da bin ich ganz bei dir was das Argument mit dem Mitgestalten des Alltages der Kinder angeht. Sehr dafür und definitiv ein wichtiger Teil der Kitazeit der auch durchaus belohnend sein kann (wenn man Zeit und Energie dafür hat natürlich nur.)

    Aber auf großen Schulen? Kommt das wenig bis gar nicht mehr zum Tragen. Elternvertreter sein heißt sowohl bei Leia als auch bei Luke organisieren von google doodle Listen und Kaffee besorgen und zwischendurch zu Sitzungen gehen (Schulkonferenz) die reine Info-Veranstaltungen sind, viel Zeit kosten und am Ende auf einer halben DinA4 Seite zusammengefasst werden können.

    Ich kann also jeden Elternteil der sich darüber beschwert oder halt wirklich froh ist, es nicht machen zu müssen gut verstehen – du weißt nie aus welcher der beiden Situationen heraus die das gerade schreiben, und rein Zahlentechnisch ist Variante 2 die wahrscheinlichere.

    1. Tatsächlich hatte ich deine Erzählung gar nicht mehr im Kopf als ich das schrieb (gerade du musst dich echt nicht angesprochen fühlen 😉 ) und bezog mich auf die Tweets in einer ominösen Twitterblase von tatsächlich primär Kindergartenkindern. Und sowohl in Kita als auch Kiga erlebte ich das halt echt als interessanten und auch durchaus stadtpolitisch relevanten Posten. (Als dass man sehr viel direkter mitbekommt wie die Stadtpolitik die Kitas etc beeinflusst.)
      Ich erinnere mich gar nicht daran, ob es bei uns in der Schule überhaupt Elternvertreter gab, aber ja, in der Form wie du es ansprichst, ist das echt eher sinnlos.

  2. […] dem eher ruhig bis melancholisch gestimmten Oktober wirbelte der November direkt mit voller Macht los und hörte auch nicht mehr auf zu wirbeln. Die […]

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