„Eine 11.“ – „Treffer.“

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Whee, mir wurde ein Stöckchen zugeworfen. Diesmal zum Thema Rollenspiel.

1. Preise von Rollenspielprodukten – findest du sie okay, zu teuer, zu billig? Würdest du mehr bezahlen, wenn du wüsstest, dass dafür z. B. die Autoren/Übersetzer/Illustratoren mehr Geld abbekommen?

Realistisch betrachtet sind wohl die meisten Rollenspielprodukte zu billig. Ernsthaft zu billig. Case in point? MAGUN. Da habe ich ja nun live und in Farbe mitbekommen, was da alles an Arbeit drinsteckt. Alles unter einer höheren dreistelligen Zahl pro Buch ist eigentlich zu billig. Echt mal. Natürlich kauft das dann niemand, aber diese Tendenz, die man in Rollenspielkreisen so raushört, „bloß nicht mehr als 20€ zu blechen“ ist einfach eklig. Da kann man sich sehr schnell ausrechnen, dass ein Stundenlohn von gerade mal ein paar Cent, wenn überhaupt, pro beteiligter Person bei rumkommt. Als ich als Übersetzerin arbeitete, hatte ich nachher bei einem enormen Aufwand einen Stundenlohn von 2,50€ und das Ganze wurde nicht mal mehr lektoriert.

Was ich sagen will? Qualität muss was kosten. Und wenn man Qualität will, muss man auch bereit sein, etwas dafür zu bezahlen. Und gerade Rollenspiele sind auch echt nichts, das man in irgendeiner Form „industrialisieren“ könnte, sondern immer Hand- und Herzensarbeit.

2. Wie wichtig ist dir die optische Aufmachung bei Rollenspielprodukten?

Wichtig. Aber das heißt nicht, dass auf jeder Seite ein buntes Mangabild von einem anderen Künstler drauf sein muss oder sollte. Lieber weniger aus einer Hand und dafür hochwertiger.

3. Was sagst du zum aktuellen Trend, Rollenspielbücher per Crowdfunding zu finanzieren?

Find ich super, da es kaum möglich ist, Verlage zu bekommen (und die vorhandenen ja bereits kämpfen in dem Bereich) und man damit eine großartige Möglichkeit hat, auch individuelle Rollenspiele zu veröffentlichen.

4. Welches nicht auf deutsch erhältliche Rollenspielprodukt würdest du gerne übersetzen lassen und somit hier verfügbar machen?

Äh. Tatsächlich keine Ahnung, dafür bin ich nicht tief genug in der Materie drin – für mich ist Englisch aber auch keine Hürde…

5. Was war das schönste Kompliment, das du je als Spieler(in) oder Spielleiter(in) bekommen hast?

Ähm. Ich kann mich akut an kein gesondert an mich gerichtetes Kompliment erinnern, eher an welche, die dann an die ganze Gruppe gerichtet waren. Die bezogen sich dann immer auf sehr charakterintensives Play.

6. Musik beim Rollenspiel – ja, nein, vielleicht?

Finde ich schwierig. Kann sehr atmosphärisch sein, aber da erfahrungsgemäß keine Szene so lange dauert wie geplant, ist das Planen da kaum möglich, was dann zu Dauerschleifen oder abrupten Änderungen führt. Wir spielen idR ohne Musik und ich habe sie nie vermisst.

7. Wann musstest du zuletzt jemandem erklären, was Pen and Paper eigentlich ist und wie war die Reaktion?

Erst letztens meinen Eltern und die Reaktion war positives Interesse. Also, nicht groß genug, dass sie es versuchen wollten, aber definitiv keine Ablehnung oder andere merkwürdige Reaktionen.

8. Gar kein Rollenspielabend ist besser als ein schlechter Rollenspielabend – ja oder nein?

Hm. Ich hatte zumindest noch keinen Abend, den ich „bereut“ hätte… oh, halt, doch. Eine Gruppe, mit der ich danach dann auch nicht mehr gespielt habe, weil einfach null Atmosphäre aufkam, null Spannung da war und kein ordentliches Rollenspiel da war. Das war vergeudete Zeit und da hätte ich meine Zeit definitiv lieber anders verbracht.

9. Was ist für dich die optimale Rollenspielsitzungslänge?

Bis man ins Bett fällt. ^_^ Kommt sehr auf die Szenerie an, aber ich hatte noch keinen Abend (man sollte eher „Tag“ sagen), der zu lang war.

10. Rollenspiel-Conventions: Yay oder Nay? Und wenn yay, welche Con ist die beste?

War ich noch nie, würde ich aber mal ausprobieren.

11. Deine wichtiste Erkenntnis zum Thema Rollenspiel im letzten Jahr?

Man kann immer noch was verbessern 😉 An sich, an seinem Spiel, am Regelwerk.

Und die 11 Fragen, die ich an Golli und alle, die wollen, weitergeben möchte:

  1. Live oder P&P oder Computerspiele? Was hast du am liebsten und warum?
  2. Was war dein liebster Charakter?
  3. Mit welchem deiner Charaktere bist du nie so recht warm geworden?
  4. Wieviel Headcanon hast du außerhalb des „gespielten“ Spiels noch für deine Charaktere?
  5. Welches Regelwerk/Computerspiel hat die für dich beste Charaktererschaffung?
  6. Welches Regelwerk/Computerspiel hat für dich nicht funktioniert?
  7. Wie wichtig sind dir Kämpfe beim Rollenspiel?
  8. Spielst du auch Charaktere, die nicht dein Geschlecht haben?
  9. Fantasy oder SciFi oder Horror oder ganz was anderes?
  10. Liest du gerne Bücher und/oder Fanfiction zu deinen liebsten Rollenspielen?
  11. Welchen Charakter aus Film, Buch oder Spiel musstest du erst lernen zu lieben?

10 Kommentare bei „„Eine 11.“ – „Treffer.““

  1. Ich glaube, ich nehme mir definitiv mal dein Stöckchen. *nick*

    1. Yay! Ich hatte noch überlegt, dich zu taggen, war mir aber unsicher wegen der Sprache und so.

      1. Der Nachteil, wenn man keinen deutschen Blog mehr am laufen hat…
        Aber ich beantworte es einfach und verlinke es auf Twitter. *nick*
        (Ich war schon am Überlegen ob ich es übersetzen und auf den Gaming Blog stellen sollte…)

  2. Und man sollte nicht auf „Abschicken“ drücken wenn man noch nicht fertig ist… *grummel*

    Bei den Preisen ist das so eine Sache, ich glaube ehrlich gesagt, dass es bei der momentanen Marktlage nahezu unmöglich ist, ein Kreativteam angemessen zu bezahlen. U.a. meines Erachtens nach auch weil die kreative Leistung leider nicht in gleichem Maße gewertschätzt wird wie viele andere Leistungen. Was ich unter aller Sau finde, aber mit unter leider nicht nur am Markt liegt sondern auch an der generellen Einstellung der Kunden/Konsumenten.

    1. Klar, Markt-Konsumenten ist ja eine fiese Wechselwirkung…

  3. Na, das nenn ich ja mal eine turboschnelle Beantwortung 🙂

    Mit den Preisen und den Verdiensten beim Rollenspiel isses ja echt so ein Elend. Funktioniert eigentlich alles nur durch Selbstausbeutung aus Liebe zum Hobby. Es ist natürlich auch Spaß, etwas fürs eigene Rollenspiel oder fürs Lieblingssystem zu schreiben – aber grad bei so „Fleißaufgaben“ wie Korrektorat wär es natürlich schön, wenn dafür dann auch noch Geld da wäre.

    Ich mag ja gar nicht mehr ohne Musik spielen. Wenn die Tracks gut gewählt sind und unauffällig in Endlosschleife laufen können, ist das echt eine große Bereicherung, find ich.

    Ich kenn ja tatsächlich auch Leute, die wollen nicht länger als 4 h spielen, weil dann die Konzentration nachlässt, wie sie sagen. Das find ich auch immer wieder erstaunlich – nach der Zeit bin ich meistens erst richtig drin 😉 .

    Und warst du nicht schon auf der FeenCon? *grübel*

    Danke jedenfalls für die Antworten 🙂

    1. Ja, stimmt, vor Jaaaaaaaahren mal. Aber das hab ich mehr als Tabletop-Con im Kopf und ich hab damals noch kein P&P gemacht und deshalb die Con an sich gar nicht wirklich genutzt. Auch bei der RPC war ich mal, fällt mir ein, aber auch da nicht wirklich als „Nutznießer“, sondern nur, um Leute zu treffen.

      1. Die RPC würd ich auch eher so als PC-Games und Gedöhns einordnen, PnP kann man da schon wegen des Lärmpegels nicht machen :p

        Aber eigentlich sitzt ihr ja relativ nahe an recht vielen Cons. Um Frankfurt rum sind ja schon drei große (Dreieich, FeenCon und seit diesem Jahr die RatCon).

  4. […] wurde von Julie ein Stöckchen zum Thema “Rollenspiel” zugeworfen und irgendwie kam ich die ganze Zeit […]

  5. […] ein Stöckchen zum Thema Rollenspiel und Charaktere derselben zugeworfen, das sie ursprünglich von Julie bekam. Hier meine Spontanantwort, […]

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